Mitteilungen:

Alle Eltern mit Schüler und Schülerinnen wurden durch Jessica Glensk und mir über die kommende Zeit  informiert. Über alle weiteren Massnahmen, die bzgl. der Corona-Krise zu treffen sind, erfolgt  durch  den Kirchenvorstand, nach Weisungen des Bundesrates.

Während der Zeit vom 24.03.2020 bis 30.06.2020 wurde ich in den militärischen Assistenzdienst einberufen. In dieser Zeit kann ich nicht in die Wochenende entlassen werden. In Notfällen kann man sich an Pfrn. Margrit Uhlmann wenden. Ausserdem werde ich die Gemeinde  via Menga Germann mit wöchentlichen  (sonntäglichen) Schreiben versorgen, die in der Kirche aufgelegt werden, 

Ich wünsche der Gemeinde alles Gute und viel Gesundheit - Pfr. Balthasar Bächtold.

(Texte siehe unten!)

An allen Sonn- und Feiertagen läuten die Glocken der Martinskirche  Filisur um 12.00 Uhr als Aufruf zum Gebet.

 

 

Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht

                                                                            Sonntagsbesinnung (während der Corona-Krise)
                                                                                                      Sonntag, 5. April 2020
Markusevangelium 11, 1-11
Und als sie in die Nähe von Jerusalem kommen, nach Betfage und Betanien an den Ölberg, sendet Jesus zwei seiner Jünger aus und sagt zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt, und gleich wenn ihr hineinkommt, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat. Bindet es los und bringt es her! Und wenn jemand zu euch sagt: Was tut ihr da?, so sagt: Der Herr braucht es und schickt es sogleich wieder zurück. Da gingen sie und fanden ein Füllen, angebunden an einer Tür draussen an der Strasse, und sie banden es los. Und einige von denen, die dort standen, sagten zu ihnen: Was führt euch dazu, das Füllen loszubinden? Sie aber gaben zur Antwort, was Jesus ihnen gesagt hatte, und man liess sie gewähren. Und sie bringen das Füllen zu Jesus und legen ihre Kleider darüber, und er setzte sich darauf.
8 Und viele breiteten auf dem Weg ihre Kleider aus, andere streuten Zweige, die sie auf den Feldern abgeschnitten hatten. Und die vorausgingen und die hinterhergingen, riefen: Hosanna, gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!
Palmsonntag – eigentlich würden wir heute die Konfirmation von sechs jungen Menschen feiern. Die Jugendlichen haben lange auf diesen Tag gewartet, ja, waren fast zwei Jahre lang unterwegs zu diesem Ereignis. Nun ist alles anders geworden, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben!
Palmsonntag. Der Einzug Jesu in Jerusalem. Aus der Ferne beobachtet, könnte man meinen, ein Herrscher ziehe ein mit allem Glanz und Ehren, mit lautem Jubel, so wie es sich gehört für einen richtigen König. Die einen gehen voraus, die anderen hinter her. Was für ein Empfang!
Weit gefehlt! Keinen roten Teppich breiten die Menschen aus, sondern Zweige von den Feldern legen sie ihm hin, das, was sie gerade finden am Wegesrand und auf ihren Feldern. Und ihre Kleider breiten sie ihm aus, das, was sie am Leibe tragen, das was sie an Geschichten mit sich bringen, worin sie buchstäblich stecken und stecken bleiben, was ihnen Angst macht und keine Zukunft sehen lässt. Und auch das legen sie ihm hin, all das, worauf sie hoffen. Sie haben noch Hoffnung, sonst wären sie nicht hier, ihn zu begrüssen. Wie ein Flickenteppich ist das, was sie ihm bringen, die Not einerseits und andererseits die Hoffnung, die sich nährt von dem, was man von Jesu Wirken in Galiläa gehört hat. Und das ist wahrhaftig ein Grund zur Hoffnung, wie er Menschen geheilt, wie er sie frei gemacht und zurück ins Leben geholt hat.
Was legen wir ihm heute hin?
Über diesen Flickenteppich kommt Jesus geritten. Nicht hoch zu Ross, nein, auf einem Füllen. Seine Füsse mögen den Boden berührt haben. Sein Blick ist auf Augenhöhe mit den Menschen am Wegesrand. Wer ihn so sieht, kann es schon ahnen: Hier geht es nicht um Machtergreifung menschlicher Art. Hier macht sich nicht einer selbst zum Gott, um zu herrschen über andere. Hier kommt ein ganz anderer, der von Gott Ermächtigte, der Retter, der Messias. Und dieser geht einen anderen Weg. Sein Weg sucht die Nähe zu den Menschen. Ihren ausgebreiteten Flickenteppich sieht er vor sich, er spürt ihn mit den Füssen, er scheut den Dreck nicht, die Not nicht, den Tod nicht. Die Menschen nimmt er wahr, schaut ihnen ins Gesicht und sieht ihre Tränen, hört ihren Hoffnungsjubel.

Was für ein König, der hier einzieht! Keiner, der dreinschlagen wird, keiner, der zu Felde ziehen wird, keiner, der sich die Menschen untertan machen will! Ganz so anders: Einer, der helfen will, einer, der retten will.
Das ahnen und hoffen die Menschen. Sie jubeln und schreien. Ihre Sehnsucht und ihre Verzweiflung schreien sie heraus. Kein Triumphruf, kein Halleluja, es ist vor allem dies: ein Hilferuf. «Hosianna!», schreien sie, «Hosianna! Hosianna!» Das heisst: Hilf doch! Hilf uns! So wie sein Name es sagt: Jeschua, Jesus, der Retter.
Lange haben sie auf ihn gewartet - und manche warten heute immer noch. Menschen, die genug haben von Herrschern, die ihre Macht missbrauchen, Mauern bauen, Menschen unterdrücken, ausnützen. Viele warten noch auf Befreiung – auch wir – in unserer Zeit mit unseren

oft selbst erbauten Gefängnissen und selbsternannten Göttern. Auch wir warten, auch wir rufen, rufen gerade jetzt in der Zeit der weltweiten

Krise: «Hosianna! Hosianna!» - «Hilf mir! Hilf uns!»
Palmsonntag – ein Tag, an dem wir unsere Not Jesus hinlegen können, sie ihm zuschreien, wie damals die Menschen beim Einzug Jesu in Jerusalem. Ein Tag, auf dem wir ebenso unsere Hoffnung auf ihn setzen dürfen, wie damals die Menschen vor Jerusalem. Kein Flickenteppich

ist ihm zu wenig!
Palmsonntag – ein Tag, an dem uns Jesus in die Augen blickt und unseren Flickenteppich ansieht. All die Ängste, alle die Not, die Sorge um die Existenz. Die bange Frage, wann hat das alles ein Ende? Wie geht es weiter? Und erst die Hoffnungen, die aufkeimen, dass es ein gutes Ende nehme und dass sich etwas ändern wird.
Welches sind unsere Hoffnungen?
Und er, Jesus, auf dem die Hoffnungen ruhen, reitet über den Flickenteppich. Seine Füsse berühren ihn. Er hört das Rufen, er sieht die Not.

Er schaut dich an. Und er bringt es hin zum Kreuz auf Golgatha. Unsere Not, unsere Hoffnungen, unser Versagen, unsere Verzweiflung, er

erträgt es, er hält es mit uns aus, trägt es durch die tiefste Nacht des Todes und öffnet den Raum zum Leben: Ostern!

Herr, wir warten arm und hungrig wie die Kinder auf das Brot.
Wo du wirkst ist Lebensfülle, wo du fern bist, dunkle Not.
Tränke unsre dürre Seele, stärke unsern matten Geist.
Gib uns Irrenden die Klarheit, die uns deine Pfade weist.
Räume weg, was von dir scheidet, alle Sucht nach leerem Schein,
alles Hangen an der Sünde, alle Lust zum bösen Nein.
Lass dein Licht uns ganz durchleuchten, fülle uns mit deiner Kraft,
dass wir um dein Kommen streiten, Herr, in heilger Leidenschaft.
Reformiertes Gesangbuch 215, Text: Hans Wegmann, 1952


Einen gesegneten Sonntag und eine besinnliche Karwoche wünscht Ihnen von Herzen
Pfrn. Margrit Uhlmann